Alte Weltkarte 10. Jh. — Istakhri und Ibn Hawqal, Lelewel 1852

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Beschreibung

Eine alte Weltkarte aus Lelewels Atlas: al-Istakhris runde Welt

Vier Bilder der Welt teilen sich dieses Blatt. Oben, rechts der Mitte, steht eine runde Karte mit Süden oben: meridies steht oben im grünen Ozeanband, septentrio unten. Der Titel ringsum, ABU ISHAK PERSA ISTAKHRI 950. IMAGO HABITABILIS. ABU KASSEM MOHAMMED IBN HAUKAL BAGDADINUS 977., nennt zwei Geografen des 10. Jahrhunderts, al-Istakhri und Ibn Hawqal; ihre Namen stehen auf Arabisch noch einmal um die untere Hälfte des Kreises.

Die runde Weltkarte mit Süden oben: meridies oben, septentrio unten, der Océan Indien und das Mittelmeer als grüne Buchten, am Rand die Namen von al-Istakhri und Ibn Hawqal.
Die runde Weltkarte mit Süden oben: meridies oben, septentrio unten, der Océan Indien und das Mittelmeer als grüne Buchten, am Rand die Namen von al-Istakhri und Ibn Hawqal.

Gerald R. Tibbetts beschreibt in der History of Cartography al-Istakhris Welt als Kreis, umgeben vom umschließenden Meer, in den die zwei großen Meere von Osten und Westen zur Mitte hin hineinreichen. Die Karten dieser Schule, so schreibt er, zeigen das islamische Reich, wie es im 10. Jahrhundert aussah, und Ibn Hawqal überarbeitete al-Istakhris Text auf Bitten des Autors. Hier sind die beiden Meere grüne Buchten: der Océan Indien von Osten und das Mittelmeer, mit Kibros als runder Insel, von Westen.

Drei weitere Figuren umgeben sie. Links setzt IMAGO COSMOGRAPHICA HINDORUM den Berg Meru, sumeru, in ein Oval, umgeben von Medaillons der Tierkreiszeichen und Planeten; Joseph E. Schwartzberg erklärt, dass in der hinduistischen Kosmografie Erde und Universum um den Berg Meru zentriert sind. Unten rechts zeichnet ARZAKHEL das Mittelmeer auf einem Gradnetz unter dem Namen al-Zarqālīs, der sich nach dem Dictionary of Scientific Biography als Instrumentenbauer den um 1060 begonnenen Beobachtungen in Toledo anschloss. Oben rechts, quer gestellt, liegt die Welt Ibn Sa‘ids, dessen Geografie nach der History of Cartography keine Karten enthält, aber Werte für Breite und Länge angibt.

IMAGO COSMOGRAPHICA HINDORUM: der Berg Meru, beschriftet sumeru und m. meru, im Oval von dzambudvipa.
IMAGO COSMOGRAPHICA HINDORUM: der Berg Meru, beschriftet sumeru und m. meru, im Oval von dzambudvipa.

Die Tafel stammt aus dem Atlas von Joachim Lelewel (1786–1861), dem polnischen Historiker, der nach Britannica nach dem Aufstand von 1830–31 nach Brüssel ging und dort seine Schriften auf Französisch veröffentlichte. Das Exemplar der Bibliothek Kórnik beschreibt fünfzig vom Autor gestochene Tafeln mit 145 Figuren und Karten von 88 arabischen und lateinischen Geografen. Diese Tafel ist signiert JL. Bruxell. mart. 1850.; der Genfer Datensatz datiert sie auf 1852, innerhalb der Géographie du moyen âge.

Worauf Sie auf dem Blatt achten können

  • In der runden Karte: Zanguebar, Habaschah, Misr, Magreb, Andalus, die Caspienne mit mare khozar und imperium Sin am östlichen Rand.
  • In der indischen Figur die Sonne als Reiter mit Strahlenkranz über einem Wagen, suria sol, und die Mondknoten rāhu und ketu.
  • Auf ARZAKHEL oben zwei Längenskalen, longitudo meridiani littoralis und longitudo meridiani insularum, zehn Grad gegeneinander versetzt, und zwei Küstenlinien, eine blaue und eine rosa.
  • Der Titel ABU ISHAK IBRAHIM IBN ALZARKALA, mit dem arabischen النقاش als PICTOR wiedergegeben, und die Jahreszahl 1075.
  • ABULHASSAN NUREDDIN IBN SAID magrebinus granatensis 1274., mit den Klimazonen, climata, in römischen Ziffern.
Das Mittelmeer auf der Karte ARZAKHEL, auf einem Gradnetz mit einer blauen und einer rosa Küstenlinie, und Toletum, Toledo, in ANDALUS.
Das Mittelmeer auf der Karte ARZAKHEL, auf einem Gradnetz mit einer blauen und einer rosa Küstenlinie, und Toletum, Toledo, in ANDALUS.

Tibbetts erklärt zwei dieser Details: Das Gradnetz al-Khwarizmis beginnt zehn Grad östlich der Glücklichen Inseln des Ptolemäus, und der Meridian von Ujjain, auf dem Blatt meridianus Arin, blieb rein theoretisch. Die älteste datierte Handschrift al-Istakhris, die er nennt, liegt in Gotha und ist auf 569/1173 datiert.

Alles auf diesem Blatt: vollständiger Eintrag

Alle Inschriften des Blattes

Wir haben das Blatt auf unserem Scan in voller Auflösung gelesen. Die Inschriften stehen Buchstabe für Buchstabe, mit den Großbuchstaben des Blattes; ein Schrägstrich markiert einen Zeilenumbruch, eine Übersetzung folgt, wo sie hilft, in [eckigen Klammern]. Innerhalb der Karten nennen wir eine Auswahl der deutlicheren Namen. Was wir nicht lesen konnten, ist nicht ausgeschrieben.

  • Über den Karten, auf einem aufgeklebten Zettel: No 38 Xme siècle. [Nr. 38, 10. Jahrhundert], die Zahl 38 rot umrissen. Links davon in roter Tinte 1.57 I. Oben rechts in Tinte 1,41 I du Dépôt. und darunter pl. = IV d. l’atlas [Tafel IV des Atlas], das Ende teilweise undeutlich.
  • Runde Karte, Titel am Rand: ABU ISHAK PERSA ISTAKHRI 950. IMAGO HABITABILIS. ABU KASSEM MOHAMMED IBN HAUKAL BAGDADINUS 977. [Bild der bewohnten Welt]; das erste B von HABITABILIS ist schwach. Unter dem Kreis auf Arabisch links ابو اسحق الفارسي الاصطخري und rechts محمد ابو القاسم ابن حوقل.
  • Runde Karte, innen: im grünen Band meridies [Süden] oben, septentrio [Norden] unten, oriens links und occidens rechts; deserta meridiei, Zanguebar, Habaschah, Bodżah, desertum, Océan Indien mit ins. Aual, nil, Sudan, Magreb, Misr, Kibros, regio Frendż, Andalus, Rum, Rus, Caspienne und mare khozar, atel, Khorassan, Dżebal, Dilem, Adherbidżan, Sind, Kerman, Fars, Khuzistan, peninsula Hind, Tibet, imperium Sin, Arab.
  • Links: IMAGO COSMOGRAPHICA HINDORUM. Im mittleren Oval sumeru, सुमेरु, m. meru; darüber जम्बुद्विप und dzambudvipa; darunter pastschinadis / postica / occidens [Westen]; an der linken Seite uttaradis. Medaillons, jeweils mit dem Namen auch in Devanagari: mescha aries, vischa taurus, mithuna gemini, karkata cancer, sinha leo, kania virgo, tulā libra, vristschika scorpio, dhanu arcitenens [Schütze], kumbha amphora, mîna pisces; suria sol [Sonne], tschandra luna [Mond], bhima Mars, budha Mercurius, vrihaspati Jupiter, sukra Venus, sani Saturnus, rāhu nodus ascensionis und ketu nodus descensionis [aufsteigender und absteigender Mondknoten].
  • Unten rechts: ARZAKHEL. Oben longitudo meridiani littoralis und longitudo meridiani insularum, zwei Gradreihen; senkrechte Linien meridianus insularum, meridianus littoralis und zweimal meridianus Arin; am linken Rand verus occidens toletanus in aequatore positus und occidens verus in aequatore [der wahre Westen Toledos, auf den Äquator gesetzt]; unten 28°30′ Toletum und 72°30′ Arin toletana. Titel: ابو اسحق ابراهيم ابن الزرقلة / ABU ISHAK IBRAHIM IBN ALZARKALA / النقاش PICTOR 1075. Namen u. a. Toletum, ANDALUS, MAGREB, SUDAN, Parisius, Tolosa, Roma, RUM, Sklaba, Jerusalem, Bagdad, Mekka, Medina, SIND, HIND, TURK, TIBET und insulae.
  • Oben rechts, quer gestellt: eine arabische Zeile, dann ABULHASSAN NUREDDIN IBN SAID magrebinus granatensis 1274. [aus dem Maghreb, aus Granada]; climata in der Ecke und die Klimazonen in römischen Ziffern; Grade von 0 bis 180; mare ambiens [das umgebende Meer], SIN, HIND, TURK, HABESCH, SUDAN, SOFALA, fontes nili [Nilquellen].
  • Unten links: JL. Bruxell. mart. 1850. [JL, Brüssel, März 1850]; die ersten Buchstaben bilden ein Monogramm.

Was auf dem Blatt selbst nicht zusammenpasst: Der Zettel nennt das 10. Jahrhundert, die vier Figuren tragen aber vier Jahreszahlen — 950 und 977 auf der runden Karte, 1075 auf ARZAKHEL und 1274 auf Ibn Saids Karte — und die Signatur 1850; der Datensatz datiert das Blatt auf 1852. Die runde Karte mischt Latein mit französischen Namen, Océan Indien und Caspienne. Auf ARZAKHEL hat das Mittelmeer zwei Küstenlinien, blau und rosa, und Toletum steht an mehr als einer Stelle. Das arabische Wort unter ALZARKALA, النقاش, ist mit PICTOR wiedergegeben; das Dictionary of Scientific Biography lässt al-Zarqālīs Namen auf al-Naqqāsh enden.

Ausgaben und weitere bekannte Exemplare

  • Bibliothèque de Genève, BGE Musée cartogr. 1/38 — dieses Exemplar. Datensatz (e-rara 25915291, DOI 10.3931/e-rara-90377): „Géographie du Moyen Age / [Mappemonde d’Istakri]“; Urheber al-Iṣṭakhrī; „1 carte ; diamètre 11 cm“; „Lelewel, Géographie du moyen âge. - Bruxelles : Ve et J. Pilliet, 1852-1857“; Daten 1852 und 1857; Public Domain Mark. Der Zettel N° 38 auf dem Blatt entspricht der Signatur.
  • Bibliothek Kórnik (Biblioteka Kórnicka PAN), Signatur A II 025 — der Atlas: Brüssel, V-ve et J. Pilliet, 1850; „Atlas composé de cinquante planches gravées par l’auteur“, mit 145 Figuren und Karten von 88 arabischen und lateinischen Geografen; einige Karten handkoloriert; 36,5 × 24 cm.
  • Royal Museums Greenwich, Bibliothek — „Geographie du moyen age : atlas“, J Pilliet, 1850, 50 Kartentafeln; keine Signatur angegeben (Übergrößen-Regal).
  • Die Textbände: Britannica nennt die Géographie du moyen âge mit 5 Bänden, 1852–57; die History of Cartography zitiert 4 Bände und einen Epilog, Brüssel: J. Pilliet, 1852–57, Nachdruck Amsterdam: Meridian, 1966. Keiner dieser Datensätze nennt die Nummer dieser Tafel; die Notiz auf unserem Blatt lautet Tafel IV.

Katalogeinträge und Quellen

Katalogeintrag für dieses Exemplar: Bibliothèque de Genève, BGE Musée cartogr. 1/38; e-rara 25915291, DOI 10.3931/e-rara-90377 (e-rara-Bilddatei 25915292). Weitere Exemplare: Bibliothek Kórnik, A II 025; Royal Museums Greenwich, Bibliotheksdatensatz rmgl-19876.

Quellen für die Geschichte und diesen Eintrag: The History of Cartography, Bd. 2, Buch 1, Kapitel „The Balkhī School of Geographers“ (Gerald R. Tibbetts) und „Cartography of al-Sharīf al-Idrīsī“ (S. Maqbul Ahmad); „The Beginnings of a Cartographic Tradition“ (Gerald R. Tibbetts) und „Cosmographical Mapping“ (Joseph E. Schwartzberg); Dictionary of Scientific Biography, „al-Zarqālī“ (J. Vernet); Britannica, „Joachim Lelewel“ und „al-Zarqālī“.

Dieses Exemplar

Der Scan zeigt das ganze Blatt, 4433 × 2865 Pixel. Ozeanband und Buchten der runden Karte sind grün koloriert, Küsten und Flüsse der Karte ARZAKHEL blau und rosa; alles Übrige ist schwarze Linie. Das Papier ist nachgedunkelt, mit senkrechten Knicken, kleinen Flecken und unregelmäßigen Rändern. Der Zettel mit Nr. 38 und die Notizen in roter und schwarzer Tinte liegen über dem Beschnittrahmen: Sie sind in der Datei des ganzen Blattes, nicht aber in der beschnittenen. Die Signatur unten links liegt innerhalb des Rahmens und blieb erhalten. Der Papierton wurde ausgeglichen und Staubpunkte wurden entfernt; die gedruckten Linien blieben unberührt.

Ihre Datei

OriginalJoachim Lelewel, Brüssel, 1852 (Datensatz; Tafel signiert März 1850): [Mappemonde d’Istakri], Géographie du moyen âge, Bruxelles: Ve et J. Pilliet, 1852–1857; 1 Karte, Durchmesser 11 cm; Bibliothèque de Genève, BGE Musée cartogr. 1/38
Scanganzes Blatt 4433 × 2865 px; die Karte innerhalb des Beschnittrahmens 3930 × 2310 px
Druckgröße bei 300 dpidie Karte druckt bis 33 cm, das ganze Blatt mit Rändern bis 37 cm
Sie laden heruntersechs ZIP-Archive: ganzes Blatt, beschnitten, 3:2, 4:3, 5:4 und ISO A
In jedem Archivein JPEG mit 300 dpi, der Restaurierungspass als PDF, ein READ ME

So drucken Sie

  • Das Blatt ist klein und breit: Drucken Sie es mit 300 dpi in der oben genannten Größe und lassen Sie die Datei in der Druckerei nicht hochskalieren.
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Quelle und Rechte

Die Datei beruht auf dem Scan der Bibliothèque de Genève auf e-rara, Signatur BGE Musée cartogr. 1/38, DOI 10.3931/e-rara-90377, unter der Public Domain Mark. Die Bibliothek bittet, bei Vervielfältigungen Urheber, Standort und dauerhaften Identifikator zu nennen: al-Iṣṭakhrī, Bibliothèque de Genève, BGE Musée cartogr. 1/38, 10.3931/e-rara-90377. Der Datensatz nennt weder Drucktechnik noch Kolorierung. Der Papierton wurde ausgeglichen und Staubpunkte wurden entfernt; die gedruckten Linien blieben unberührt. Ein TIFF-Master ist nicht im Paket. Katalogeintrag: e-rara (Bibliothèque de Genève) →

Jede Karte ist der Scan eines echten Originalblatts aus dem Archiv — mit Angabe von Bibliothek, Signatur und Jahr. Nichts generiert, nichts nachgezeichnet.

Fragen

Ist das eine mittelalterliche Karte?

Nein. Es ist nach dem Genfer Datensatz eine Tafel von 1852, auf der Lelewel Fassungen von Karten mittelalterlicher Geografen zeichnete; die Tafel selbst ist im März 1850 signiert. Die Jahreszahlen 950, 977, 1075 und 1274 stehen auf dem Blatt.

Warum ist Süden oben?

So ist die runde Karte gezeichnet: meridies, Süden, steht oben und septentrio, Norden, unten. Die History of Cartography nennt die übliche Ausrichtung der Karten der Balkhi-Schule in ihren Bildunterschriften; auf ihren Karten von Kirman etwa ist oben Süden.

Wie groß kann ich die Karte drucken?

Die Karte bis 33 cm an der langen Seite bei 300 dpi, das ganze Blatt mit Rändern bis 37 cm — aus der eigenen Auflösung des Scans, nicht hochskaliert. Sie passt in einen kleinen Rahmen.

Was bedeutet der Zettel N° 38?

Der Zettel lautet No 38 Xme siècle., und seine Nummer entspricht der Signatur BGE Musée cartogr. 1/38. Er liegt über dem Beschnittrahmen und ist daher nur in der Datei des ganzen Blattes.

Ist die Kolorierung original?

Der Datensatz nennt die Kolorierung nicht. Auf dem Scan ist die runde Karte grün, die Küsten von ARZAKHEL sind blau und rosa; die Bibliothek Kórnik beschreibt einige Karten ihres Atlas-Exemplars als handkoloriert.

Merkmale

Kartendetails
Kartograf
Joachim Lelewel
Jahr
1852
Jahrhundert
Erscheinungsort
Brüssel
Erschienen in
Joachim Lelewel, Géographie du moyen âge (Bruxelles: Ve et J. Pilliet, 1852–1857)
Vollständiger Originaltitel
[Mappemonde d’Istakri]
Projektion und Aufbau
Im Datensatz nicht angegeben
Technik
Im Datensatz nicht angegeben
Originalkolorierung
Im Datensatz nicht angegeben
Sprache der Karte
  • Arabisch
  • Französisch
  • Latein
  • Sanskrit
Datei & Druck
Karte bei 300 dpi, cm
33
Ganzes Blatt bei 300 dpi, cm
37
Ausrichtung
Querformat
Seitenverhältnis
1.55
Breite des ganzen Blattes, px
4433
Höhe des ganzen Blattes, px
2865
Herkunft & Rechte
Quellenarchiv
Bibliothèque de Genève
Signatur oder Datei-ID
BGE Musée cartogr. 1/38 · DOI 10.3931/e-rara-90377
Rechte
Gemeinfrei
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