Alte Weltkarte — Italienische Weltkarte, Faksimile Bomsdorff 1872

WCBOMSDORFF1872
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Beschreibung

Eine alte Weltkarte mit Magellans Route, als Leipziger Faksimile von 1872

Diese alte Weltkarte ist eine Kopie, die 1872 in Leipzig entstand, und ihr Titel unter dem Rahmen sagt, was sie zeigt: Italienische Weltkarte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Schiffskurs der ersten Erdumsegelung. Der Datensatz des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig, das das Blatt besitzt, nennt Otto von Bomsdorff als Urheber und beschreibt eine farbige Karte von 30 × 20 cm, ohne Maßstab, mit dargestelltem Relief.

Wer sie gedruckt hat

Unter dem Rahmen steht links: „O. v. Bomsdorff’ geogr. lith. Anstalt, Leipzig“, eine geographisch-lithographische Anstalt, die auch ein Blatt des Stadtplans von Carl Kanitz von 1880 druckte. Rechts: „Verein von Freunden der Erdkunde, Leipzig“, die geographische Gesellschaft der Stadt. In welcher Veröffentlichung die Karte erschien, sagt der Datensatz nicht.

Der Geograph Oscar Peschel, Verfasser einer Geschichte des Zeitalters der Entdeckungen (1858), übernahm 1871 den neu geschaffenen Lehrstuhl für Geographie an der Universität Leipzig. Ein Aufsatz von ihm mit fast demselben Titel, Ueber eine italienische Weltkarte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, ist undatiert im Katalog der INAF-Bibliotheken in Italien verzeichnet. Keiner der beiden Datensätze verbindet ihn mit diesem Blatt.

Was die Karte zeigt

Das italienische Original nennt der Datensatz nicht. Was das Blatt zeigt, entspricht aber der Beschreibung, die die Library of Congress und die Morgan Library von der Weltkarte in den handgezeichneten Atlanten von Battista Agnese geben, einem Genueser Kartenzeichner, der zwischen 1536 und 1564 in Venedig arbeitete: eine ovale Welt, ringsum zwölf Windköpfe und die Route der Reise Magellans. Im Atlas der Library of Congress stehen die Windköpfe für „die klassischen zwölf Winde, aus denen sich die modernen Kompassrichtungen entwickelten“; Magellans Route ist „in reinem Silber, das später anlief“ gezeichnet, eine zweite Route, von Cádiz über die Landenge von Panama nach Peru, in Gold. Die Leipziger Kopie druckt die Weltumsegelung als blaue Linie und die Peru-Route als feine dunkle Linie.

Der Nordwind oben am Rahmen, SEPTEMTRIO·VEL APARCTIAS·, einer von zwölf Windköpfen rund um die Karte.
Der Nordwind oben am Rahmen, SEPTEMTRIO·VEL APARCTIAS·, einer von zwölf Windköpfen rund um die Karte.

Nach Britannica umsegelte Magellans Expedition (1519–1522) Südamerika, fuhr durch die nach ihm benannte Meerenge und über den Pazifik; Magellan wurde im April 1521 auf den Philippinen getötet, und ein Schiff fuhr weiter westwärts nach Spanien und vollendete die erste Weltumsegelung. Auf dieser Karte führt die blaue Linie von Spanien den Atlantik hinab, durch die Meerenge, über den Pazifik zu den Molukken und um das Kap der Guten Hoffnung zurück.

Die Magellanstraße an der Südspitze Südamerikas, beschriftet el streto di ferdinãdo de magallanes; die blaue Linie der Reise führt hindurch.
Die Magellanstraße an der Südspitze Südamerikas, beschriftet el streto di ferdinãdo de magallanes; die blaue Linie der Reise führt hindurch.

Worauf Sie auf dem Blatt achten können

  • An der Südspitze Südamerikas die Meerenge mit der Beschriftung el streto di ferdinãdo de magallanes.
  • Die Molukken erscheinen zweimal, an beiden Rändern des Ovals: maluche in sule im Westen und maluche im Osten, weil die Route an einem Rand hinaus- und am anderen wieder hereinführt.
  • Die Wörter entlang der blauen Linie: per andar (um hinzufahren) zu den Molukken im Pazifik, di tornar (um zurückzukehren) von ihnen im Indischen Ozean und noch einmal im Atlantik.
  • Zwei kleine Inseln auf dem pazifischen Abschnitt der Route, ilhas delos tuburones und y. d. s. paulo.
  • Zwölf Windköpfe mit lateinischen Namen, darunter SEPTEMTRIO·VEL APARCTIAS·, der Nordwind oben.
Der Ostrand des Ovals: Die blaue Route erreicht die Molukken, beschriftet maluche, neben dem Windkopf des Subsolanus.
Der Ostrand des Ovals: Die blaue Route erreicht die Molukken, beschriftet maluche, neben dem Windkopf des Subsolanus.

Agneses Atlanten wurden von Hand gefertigt: Die Library of Congress zählt einundsiebzig erhaltene, jeder mit einer Fassung dieser ovalen Karte, und die John Carter Brown Library, die einen davon besitzt, spricht von „70 oder mehr“. Dieses Blatt ist eine gedruckte Kopie einer solchen Karte, drei Jahrhunderte später entstanden.

Alles auf diesem Blatt: vollständige Beschreibung

Alle Inschriften auf dem Blatt

Wir haben das Blatt auf unserem Scan in voller Auflösung gelesen. Die Inschriften stehen Buchstabe für Buchstabe, mit Großbuchstaben, Punkten und Zeilenumbrüchen des Blattes (ein Schrägstrich markiert den Zeilenumbruch); wo Latein oder Italienisch nicht offensichtlich ist, folgt eine Übersetzung in [eckigen Klammern]. Was wir nicht lesen konnten, schreiben wir nicht aus. Im Oval nennen wir die Kreise, die Routen und eine Auswahl der deutlicheren Namen.

  • Unter dem Rahmen, Mitte: Italienische Weltkarte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Schiffskurs der ersten Erdumsegelung.
  • Unter dem Rahmen, links: O. v. Bomsdorff’ geogr. lith. Anstalt, Leipzig. Unter dem Rahmen, rechts: Verein von Freunden der Erdkunde, Leipzig.
  • Über dem Rahmen, oben rechts: 13.
  • Windköpfe im Uhrzeigersinn von oben: SEPTEMTRIO·VEL / APARCTIAS· [Nordwind]; AQVILO·VEL·BO / REAS·; CECIAS·APELIOTES; rechts, auf dem Kopf stehend, SVBSOLA / NVS [Ostwind]; VVLTVRNVS·EVRO; EVRONOTVS·, das erste O klein und hochgestellt; unten AVSTER und NOTVS, das Wort dazwischen abgekürzt [Südwind]; LIBONOTVS·EVRO / AVSTER·; AFRICVS·VEL·LIBVS·; links FAVONIVS / VEL·ZEPHI / RVS· [Westwind]; CAVRVS·CORVS·VEL / LAPIX·SI·VIGESTES·; CIRCIVS·, gefolgt von einem zweiten Namen in zwei Zeilen, der auf AS· endet, teilweise unleserlich.
  • Kreise: circulus articus, tropicus cancri, aeq noctialis [Äquator], tropicus capricorni, circulus antarticus; Wendekreise, Äquator und Polarkreise sind rot gezogen.
  • Entlang der blauen Route: im Pazifik, auf dem Kopf stehend, per andar … maluche [um zu den Molukken zu fahren]; im Indischen Ozean und noch einmal im Atlantik di tornar … maluche [um von den Molukken zurückzukehren]. Die Wörter davor und dazwischen sind in laufender Schrift geschrieben und teilweise unleserlich.
  • Amerika: iucatan, spagnola, panama, peru, caxamalcha, mundus / nouus [Neue Welt], rio delaplata, el streto di ferdinãdo / de magallanes [die Meerenge des Ferdinand Magellan]; im Pazifik ilhas delos tuburones [Haifischinseln] und y. d. s. paulo [Insel des hl. Paulus]; entlang der feinen dunklen Linie von der Karibik in Richtung Panama uiazo di peru [Reise nach Peru], die ersten Buchstaben unleserlich.
  • Afrika und Asien: c. d. bona sperãza [Kap der Guten Hoffnung], indicũ mare [Indischer Ozean], tapro / bana, calecut, bengala; am linken Rand maluche in sule [die Molukken], am rechten Rand maluche über einer zweiten Zeile, die auf sule endet, ihr erster Buchstabe unklar, und weiter unten ciuitas nach einem Wort, das wir nicht lesen können.

Was auf dem Blatt selbst nicht übereinstimmt: Der Nordwind heißt SEPTEMTRIO, nicht wie klassisch Septentrio, der Polarkreis circulus articus. CECIAS·APELIOTES verbindet zwei klassische Windnamen in einer Beschriftung, ebenso LIBONOTVS·EVRO / AVSTER·. Die Molukken stehen an beiden Enden des Ovals, weil die Route die Karte an einem Rand verlässt und am anderen wieder betritt. Der Datensatz vermerkt, dass die Karte keinen Maßstab hat, und es ist auch keiner gedruckt.

Ausgaben und andere bekannte Exemplare

  • Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig — dieses Exemplar. Datensatz, wie er mit dem Scan auf Wikimedia Commons veröffentlicht ist (von unserem Team am 9. Oktober 2026 gelesen; Commons ließ sich mit unseren Recherchewerkzeugen in diesem Durchgang nicht erneut öffnen): Urheber Otto von Bomsdorff; Leipzig, 1872; „1 Kt. : kolor. (30 x 20 cm)“; ohne Maßstab; Titel unter dem Kartenfeld; „13“ oben rechts; Relief dargestellt; CC0 1.0. Eine Signatur ist nicht angegeben.
  • In den Datensätzen, die wir öffnen konnten, fanden wir kein weiteres katalogisiertes Exemplar dieses Blattes. Keiner der Datensätze nennt eine Ausgabe, einen Zustand oder eine Reihe, zu der das Blatt gehört.

Katalogeinträge und Quellen

Katalogeintrag dieses Exemplars: Wikimedia-Commons-Datei „Italienische Weltkarte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Schiffskurs der ersten Erdumsegelung.jpg“, bereitgestellt vom Leibniz-Institut für Länderkunde; ohne Signatur. Verwandt: Katalog der INAF-Bibliotheken, Datensatz 98597, Peschel, „Ueber eine italienische Weltkarte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts“, undatiert, Bestand OAMI, Signatur MI.102.840.1.

Quellen für die Geschichte und diese Beschreibung: Library of Congress, „Agnese Atlas“ (Essay zu den General Atlases); The Morgan Library & Museum, Seite zum Atlas von Battista Agnese; John Carter Brown Library, Seite zum Agnese-Atlas; Britannica, „Ferdinand Magellan“; Neue Deutsche Biographie und Allgemeine Deutsche Biographie, „Peschel, Oscar“; museum-digital: sachsen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Stadtplan Kanitz, Bl. 12 O (S/37/2003).

Dieses Exemplar

Der Scan zeigt das ganze Blatt, 5232 × 3626 Pixel, mit breiten Rändern. Die Karte ist farbig: grünes Land mit braunen Bergen, blaue Flüsse, rote Ortszeichen, eine blaue Routenlinie und Windköpfe mit braunem Haar in blau-weißen Wolken. Das Papier ist nachgedunkelt. Der rechte Rand ist an mehreren Stellen eingerissen, unten rechts fehlt ein Stück, und auf den Rändern gibt es Knicke und kleine Flecken.

Unter dem Titel steht links ein schwarzer Stempel Geographisches Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig; rechts ein violetter Stempel mit Seminar und d. Universität, sein erstes Wort und der Ort teilweise unleserlich. Dazwischen in Rotstift IV 37. Über dem Rahmen oben rechts steht eine kurze Notiz in Blaustift, neben dem violetten Stempel ein Bleistiftzeichen, beide unleserlich. Der violette Stempel berührte die untere rechte Ecke der Karte; in unserer beschnittenen Datei wurde diese Ecke mit Papier desselben Blattes wiederhergestellt.

Ihre Datei

OriginalItalienische Weltkarte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Schiffskurs der ersten Erdumsegelung, Otto von Bomsdorff, Leipzig, 1872; farbig, Karte 30 × 20 cm
Scanganzes Blatt 5232 × 3626 px; die Karte innerhalb des Beschnittrahmens 3580 × 2552 px
Druckgröße bei 300 dpidie Karte druckt bis 30 cm, das ganze Blatt mit Rändern bis 44 cm
Sie laden heruntersechs ZIP-Archive: ganzes Blatt, beschnitten, 3:2, 4:3, 5:4 und ISO A
In jedem Archivein JPEG mit 300 dpi, der Restaurierungspass als PDF, ein READ ME

So drucken Sie

  • Drucken Sie mit 300 dpi in der oben genannten Größe und lassen Sie die Datei nicht hochskalieren.
  • Wählen Sie das Archiv, dessen Proportionen zu Ihrem Rahmen passen, damit nichts beschnitten oder verzerrt wird.
  • Bestellen Sie mattes Fine-Art-Papier, Druck in sRGB, automatische Bildverbesserung aus.
  • Wo drucken lassen: Druckereien in Ihrer Nähe und geprüfte Preise von Online-Laboren.

Quelle und Rechte

Der Scan stammt vom Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig und ist auf Wikimedia Commons mit der Gemeinfreiheitserklärung CC0 1.0 veröffentlicht. Eine Signatur nennt der Datensatz nicht. Der Druckvermerk nennt eine lithographische Anstalt, eine Drucktechnik nennt der Datensatz jedoch nicht, daher nennen wir sie auch nicht. Ein Bibliotheksstempel, der die untere rechte Ecke der Karte berührte, wurde in der beschnittenen Datei entfernt und durch Papier desselben Blattes ersetzt; in der Datei des ganzen Blattes bleiben die Bibliotheksstempel, ein Rotstiftvermerk und Bleistiftnotizen auf den Rändern erhalten. Ein TIFF-Master ist nicht im Paket. Katalogeintrag: Wikimedia Commons →

Fragen

Was genau erhalte ich nach der Bezahlung?

Sechs ZIP-Archive, jedes mit einem JPEG in 300 dpi, einem Restaurierungspass als PDF und einem READ ME. Sie unterscheiden sich nur im Ausschnitt.

Ist das eine Karte aus dem 16. Jahrhundert?

Die Karte, die sie wiedergibt, ja: Der Titel nennt sie eine italienische Weltkarte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Das Blatt selbst wurde 1872 in Leipzig gedruckt, und dieses Blatt erhalten Sie.

Wie groß kann ich sie drucken?

Die Karte innerhalb des Rahmens hat an der langen Seite 3580 Pixel. Bei 300 dpi druckt sie bis 30 cm, so groß wie die 30 × 20 cm, die der Datensatz für die Karte angibt; das ganze Blatt mit Rändern druckt bis 44 cm.

Wer zeichnete die Originalkarte?

Der Datensatz sagt es nicht. Ovale Form, zwölf Windköpfe und Magellans Route entsprechen den Weltkarten in Battista Agneses Atlanten, wie die Library of Congress und die Morgan Library sie beschreiben, doch keiner der von uns geöffneten Datensätze nennt die kopierte Handschrift.

Jede Karte ist der Scan eines echten Blattes aus einem benannten Archiv — Bibliothek, Signatur und Jahr stehen dabei. Nichts generiert, nichts nachgezeichnet.

Merkmale

Kartendetails
Kartograf
Otto von Bomsdorff
Jahr
1872
Jahrhundert
Erscheinungsort
Leipzig
Erschienen in
Im Datensatz nicht angegeben
Vollständiger Originaltitel
Italienische Weltkarte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Schiffskurs der ersten Erdumsegelung
Projektion und Aufbau
Im Datensatz nicht angegeben
Technik
Im Datensatz nicht angegeben
Originalkolorierung
Farbig, Methode im Datensatz nicht angegeben
Sprache der Karte
  • Deutsch
  • Italienisch
  • Latein
Datei & Druck
Karte bei 300 dpi, cm
30
Ganzes Blatt bei 300 dpi, cm
44
Ausrichtung
Querformat
Seitenverhältnis
1.44
Breite des ganzen Blattes, px
5232
Höhe des ganzen Blattes, px
3626
Herkunft & Rechte
Quellenarchiv
Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig
Signatur oder Datei-ID
Not stated in the record
Rechte
Gemeinfrei
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Anhänge

Restoration passport (PDF) (094-italienische-weltkarte-aus-mitte-1872-passport.pdf, 333 Kb) [Herunterladen]

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