JPEG-Qualität für den Druck: 100, 96 oder 90? An unseren eigenen Karten geprüft
Bis Oktober 2026 war jede Datei, die wir verkauft haben, ein JPEG in Qualität 100. Das ist die sicherste Einstellung überhaupt — und sie verdoppelt den Download. Also haben wir nicht mehr angenommen, sondern gemessen: zwei unserer restaurierten Karten, in sieben Qualitätsstufen gespeichert, Pixel für Pixel und mit dem Auge in dreifacher Vergrößerung verglichen.
Was die Zahl bedeutet
Die JPEG-Qualität ist eine Einstellung des Encoders, kein Prozentsatz des Bildes, der übrig bleibt. Bei 100 behält der Encoder fast alles; jede Stufe darunter rundet etwas mehr vom feinsten Detail ab — bei einer alten Karte sind das die Papierstruktur und die Kanten der gestochenen Linie.
Ebenso wichtig ist die zweite Einstellung, die Farbunterabtastung. Die meisten Kameras und Websites speichern Farbe in halber Auflösung (4:2:0). Bei einer handkolorierten Karte macht das die Kante jeder Lavierung weich. Unsere Dateien behalten die Farbe in voller Auflösung — 4:4:4 — in jeder Qualitätsstufe.
Der Test
Das ganze Blatt einer handkolorierten Sternkarte (Lotter, Augsburg, um 1772; 6987 × 5828 Pixel) wurde aus dem restaurierten Master in jeder Stufe gespeichert und mit diesem Master verglichen. Die zweite Karte, Vaugondys Mappemonde von 1752, ein unkolorierter Stich mit sehr dichter Schraffur, verhielt sich genauso: 36,0 MB bei Qualität 100, 22,0 MB bei 98, 17,3 MB bei 96, 10,8 MB bei 90.
| Qualität | Dateigröße | Nähe zum Master (PSNR) | Größte Abweichung eines Pixels |
|---|---|---|---|
| 100 | 60,1 MB | 50,4 dB | 5 |
| 98 | 40,7 MB | 44,2 dB | 14 |
| 96 | 30,5 MB | 39,9 dB | 28 |
| 94 | 24,0 MB | 37,6 dB | 41 |
| 92 | 20,1 MB | 36,2 dB | 49 |
| 90 | 17,8 MB | 35,3 dB | 48 |
| 85 | 14,2 MB | 33,9 dB | 56 |
PSNR: höher heißt näher; ab etwa 40 dB liegen die Unterschiede unter dem, was das Auge bei normalem Betrachten trennt. Die größte Abweichung betrifft ein Pixel von 40 Millionen, auf einer Skala von 0–255.
Wie es aussieht
Jeder Streifen zeigt dieselbe Stelle in dreifacher Vergrößerung — viel näher, als man je an einen Druck herangeht. Von links nach rechts: Qualität 100, 96 und 90.



Was wir gefunden haben
Zwischen 100 und 96 konnten wir an keiner der fünf geprüften Stellen einen Unterschied zeigen: Schraffur, Schrift, Handkolorit, punktierte Linien und Papierstruktur. Die Datei ist halb so groß.
Bei 90 halten Linie und Schrift noch, aber die feinste Papierstruktur unter einer blassen Lavierung beginnt zu verflachen. Unter 90 sieht man das mit aufmerksamem Auge.
Die größte Pixelabweichung bei 96 — 28 von 255 Stufen — sitzt auf einzelnen Pixeln an der Kante dunkler Linien. Bei 300 dpi ist ein Pixel auf dem Papier 0,085 mm groß; kein Drucker gibt ihn als eigenen Punkt wieder.
Was wir jetzt liefern
Qualität 96, Farbe in voller Auflösung (4:4:4), sRGB mit eingebettetem Profil, 300 dpi. Die unsichtbare Markierung, an der wir unsere Dateien erkennen, bleibt mit großem Abstand erhalten. Jeder Download ist etwa halb so schwer wie vorher — das zählt am Telefon und bei langsamer Leitung —, und wir behalten die Einstellung, die keinen sichtbaren Verlust zeigte, statt einer kleineren, die einen zeigte.
Was das für Ihren Druck bedeutet
- Geben Sie die Datei so, wie sie ist, in die Druckerei. Bitten Sie darum, sie nicht erneut als JPEG zu speichern und nicht automatisch nachzuschärfen.
- Wenn Sie die Datei bearbeiten wollen — zuschneiden, einen Titel ergänzen —, speichern Sie Ihre Fassung als TIFF oder PNG. Jedes neue Speichern als JPEG rundet das Detail erneut ab.
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